Tag 13 – back to the streets

Wer wollte das nicht schon mal machen…was Illegales, nachts den Nervenkitzel spüren und am nächsten Tag mit inneren Freudensprüngen am eigenen Kunstwerk vorbeigehen…. und durch einen Geistesblitz angeregt, waren viele sicherlich schon so weit Rucksack, Hose und Schuhe gleichzeitig und hüpfend anzuziehen. Schnell ist man dann zur Tür gesprintet, die Klinke schon in der Hand und stellt dann fest, dass der identitätsraubende Kapuzenpulli leeiiider in der Wäsche ist. Schade. Dann vielleicht doch an einem anderen Tag.

http://www.wildstylecity.com

Wild Style City macht es möglich. Was aussieht wie eine schlechte Fotomanipulation, bei der ein Straßenfoto mit einer Bildbearbeitungsoberfläche versehen wurde, ist keine. Zumindest nicht direkt. Es gibt mehrere Fehler zu finden, jedoch nichts zu gewinnen. ; )

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Die meisten werden es erkannt haben, es handelt sich hierbei um einen Mix aus Street View und Bildbearbeitungsoberfläche. Das Stück bemalte Wand stammt aus San Francisco und lässt sich jederzeit wieder übermalen.

Wie erwähnt, macht es Wild Style City möglich. Erfunden wurde es von earthmine, deren Produkt sich halbwegs mit Google Street View vergleichen lässt. Es gibt ein paar Unterschiede, welche für den Standardbenutzer jedoch nicht von Bedeutung sind. Es ist angeblich 3D und besteht nicht nur aus 360° Bildern wie Google Street View, Google hat dafür Google Earth mit ähnlichen Möglichkeiten. Wie immer wird für die nächste Generation von vielen Dingen geworben, welche noch in den Kinderschuhen stecken und für den Standardbenutzer mehr Spielerei als Nutzen darstellen.

3547821320_1dc18c9805_bJedenfalls hat earthmine mit Wild Style City einen Teil San Franciscos in einer Street View Java Applikation jedem zur Verfügung gestellt, mit der Möglichkeit eigene Graffitis an ausgewählten Orten zu erstellen.

Da die Welt groß, das Internet aber klein ist, bin ich gestern Abend schnell nach San Francisco gegangen, um es auszuprobieren. Voller Freude stand ich an einer großen Kreuzung und hatte schnell ein gelbes Haus gefunden, welches ich verunstalten wollte. Habe dann allerdings erst mal eine halbe Ewigkeit damit verbracht darauf herumzuklicken, ohne dass etwas passiert ist…

Das Hilfe-Video hat mir leider nicht sonderlich geholfen, es zeigt zwar kurz wie Leute Graffitis erstellen, sowohl digital in Wild Style City, als auch real auf einem Stück Leinwand, aber wie ich jetzt was auf das verdammte gelbe Haus malen kann, wurde natürlich nicht erklärt*schimpf*….. Der Vergleich von realer und digitaler Street Art sollte wohl ein Gefühl von „auch ich kann solche tollen Bilder jetzt hier online erstellen!“ hervorrufen…wer wie ich mit Paint und einer Maus aufgewachsen ist, weiß wie realistisch das ist….

artisteThematisch kommen die Bilder allerdings richtiger Street Art sehr nahe, stellvertretend möchte ich hier jedoch auf ein gehobenes* Werk von Banksy verweisen ->

(*Anmerkung: der zufällige Wortwitz ist nicht als solcher zu verstehen. Ich beziehe mich lediglich darauf, dass Banksy ein anerkannter Künstler ist und sich von der breiten Masse vieler Street Art Künstler abhebt…)

Insgesamt ist Wild Style City eine lustige Erfindung. Die Beschränkung auf einige wenige Straßen in San Francisco lässt es jedoch schnell fad werden, außer man wohnt in einer dieser Straßen, aber wer wohnt da schon..abgesehen von den Leuten dort… Wenn es weltweit möglich wäre, wäre Wild Style City eine sehr, sehr interessante Sache!

Wer es selbst probieren möchte, sollte nicht versuchen irgendwo einfach etwas hinzumalen, das geht scheinbar nicht oder ich habs einfach übersehen. Am besten sucht man sich einfach irgendein anderes Werk, klickt es an und übermalt es. Die Benutzeroberfläche ist sehr simpel und erleichtert dadurch den Umgang. Man kann sich auch alle vorherigen Layer (also alle abgespeicherten Bilder) jederzeit anschauen und bewerten.

Falls sich jemand gefragt haben sollte, warum es die letzten Tage so still war – kreatives Tief. Das Spannendste was ich fand, war dieses Relikt der Street Art, was mir dann doch keinen eigenen Eintrag wert war.

Huch, wie spät es schon wieder ist…dann allen einen verspäteten, guten Appetit…

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Tag 7 – Banksy! BÄM!

Das ist richtig, heute geht es selbstverständlich wieder um Kunst, und zwar um den Künstler Banksy.

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Kurz zu Banksy: Banksy ist das Pseudo- nym eines vermutlich britischen Street Artist- en, vermutlich deshalb, weil er trotz seiner enormen Bekanntheit drum bemüht ist seine Identität geheim zu halten. Seine Arbeiten sind zumeist Stencil mit politischem Inhalt, dazu kommt noch eine klitze kleine Prise des guten, schwarzen, britischen Humors, wie man deutlich an dem Bild erkennen kann.

Was aber ist so besonders an ein bisschen Farbe auf einer Mauer? Tja, der Kunstmarkt hat seine Werke zu einem Fauxpas für die Street Art werden lassen. Warum? Kunst die an Wänden steht, jedem zugänglich ist und die meisten Leute die Nase rümpfen lässt…gibt es nach wie vor und auch einige Originale von Banksy sind so noch zu besichtigen, viele aber werden mittlerweile aus der Mauer gesägt und für unfassbare Summen versteigert, hängen dann in privaten Häusern von z.B. Brad Pitt oder im Museum.

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Seine Werke führten dazu, dass man statt mit dem Hochdruckreiniger erst mal mit der Lupe an die Mauer geht…könnte ja ein Banksy sein und könnte daher mehr Wert sein als das Haus drum herum – da ist schnelles Handeln unangebracht.

Mittlerweile hat Banksy sogar eine eigene Internetseite -> dort.
Hier ist ein sehr schöner Artikel aus der FAZ.
Googeln lohnt sich immer.

Und für alle die sich über den postpubertären, an Comicsprechblasen erinnernden Titel mokiert haben….dieser Banksy war der Anlass:
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